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Fragen
Was sind die Vor- und Nachteile eines alternativen Wohnprojektes?
Wir alle haben den gleichen Traum: gemeinsam statt einsam! Wir wollen die Beziehungen untereinander sorgfältig pflegen, uns im Alltag gegenseitig unterstützen, suchen aber auch gegenseitige Inspiration, Animation und Geborgenheit. Wir wollen keine Anonymität im Projekt, sondern spontane wie regelmäßige gemeinsame Begegnungen, Veranstaltungen und Aktionen.
Alle Mitglieder werden mit dem Bezug des Wohnprojektes ihr eigenes Haus, ihre (Eigentums-wohnung, ihren Garten usw. aufgeben. Sie werden sich von der Wohnfläche her einschränken und ihr bisheriges soziales Wohnumfeld aufgeben müssen. Das ist ein „Sprung ins kalte Wasser“. Alle Mitglieder sind dazu bereit.
Wie wird eine Wohngruppe auf das gemeinsame Wohnen vorbereitet?
Wir haben kein ausgearbeitetes „Vorbereitungsprogramm“ für die Bewohner eines Projektes. Wir sind jedoch überzeugt, dass die gemeinsame Arbeit aller Mitglieder an der Verwirklichung von einzelnen Projekten bereits eine hervorragende Einstimmung auf das gemeinsame Wohnen ist.
Wie werden Entscheidungen „rund um das Zusammenleben unter einem Dach“ getroffen? Wer entscheidet, wer einzieht?
Diesen Schritt haben wir bis heute noch nicht vollzogen. Wir vertrauen darauf, dass sich die Menschen für das jeweilige Projekt finden werden. Klar ist, dass alle Entscheidungen zum jeweiligen Wohnprojekt bei den Bewohnern des Projektes liegen, nicht mehr bei den übrigen Mitgliedern des Vereines.
Wie werden Entscheidungen im Verein getroffen?
Bisher wurden alle wesentlichen Entscheidungen im Mitgliederkreis getroffen. Bei Grundsatzfragen (z.B. zum Konzept, zur Satzung etc.) setzen wir auf einen Konsens. Organisatorische Fragen aus den einzelnen Arbeitsgruppen werden pragmatisch und nach dem Mehrheitsprinzip gelöst.
Wie sieht die Konfliktbewältigung in der Realität aus?
Bislang haben wir alle Kontroversen konstruktiv lösen können. In grundlegenden Fragen suchen wir eine gemeinsame Entscheidung, bei weniger zentralen Fragen genügt die einfache Mehrheit. Die Lösung von Konflikten in einem konkreten Wohnprojekt haben wir bislang noch nicht erlebt.
Was sind die größten Probleme am Anfang der Vereinsarbeit?
Das größte Problem ist, einen gemeinsamen Nenner zu finden! Wir alle haben unsere Ideen, Visionen und Wünsche. Daraus versuchen wir, ein einheitliches Konzept zu erarbeiten. Das ist am Anfang mitunter ein hartes Ringen. Dann gilt es neue Mitglieder bzw. Mitstreiterinnen zu finden und sie von unserem Konzept zu überzeugen, uns aber auch von ihnen wiederum anregen zu lassen. Ein weiteres Problem besteht darin, Investoren zu finden
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Wie haben sich die Leute zusammengefunden? Wie ist der Verein entstanden?
Am Anfang stand eine private Freundesgruppe, die mit der Idee des gemeinsamen Wohnens „schwanger“ ging. Daraus wurde nach einiger Zeit der Verein. Die Gründung hat im Februar 2007 mit acht Mitgliedern stattgefunden.
Was wird bereits als „ideal“ empfunden? Woran wird noch gearbeitet?
Als „ideal“ können wir die derzeitige Zusammensetzung der Vereinsmitglieder bezeichnen. Alle verstehen sich untereinander sehr gut, sie vertrauen und wertschätzen einander. Gäbe es nicht unterschiedliche Lebens- und Zeitplanungen, würden wohl die meisten Mitglieder in einem gemeinsamen Projekt leben wollen.
Wir arbeiten kontinuierlich daran, neue Mitglieder möglichst schnell zu integrieren, damit es keine „alten“ und „neuen“ Mitglieder gibt.
Welche Regeln des Zusammenlebens gibt es?
Keine. Bislang gehen wir davon aus, dass wir mit unserem gemeinsamen und erprobten Verständnis weder eine Ordnung noch ein ausgearbeitetes Regelwerk benötigen. Sollte es im konkreten Wohnprojekt unumgänglich sein, bestimmte Dinge genauer zu regeln, wird die Wohngruppe dies für sich selbst entscheiden.
Welche Kriterien gelten für die Aufnahme in den Verein? Gibt es Ablehnungen?
Nach einer ersten Kontaktaufnahme laden wir alle Interessentinnen und Interessenten zu unseren monatlichen Treffen und den gelegentlichen Treffen am Stammtisch ein. Wir halten es für wichtig, dass die Interessenten möglichst viele Gespräche mit den Mitgliedern führen, um diese näher kennen zu lernen. Entscheidend sind die Sympathie, die größtmögliche Übereinstimmung in den Zielen und Erwartungen sowie die Bereitschaft, die Arbeit des Vereines aktiv zu unterstützen. Bisher wurde kein Antrag auf Mitgliedschaft abgelehnt.
Wie gestaltet sich das Vereinsleben?
Die Vereinsmitglieder treffen sich 1 x monatlich zu einem regulären Mitgliedertreffen. Dort werden aktuelle Themen besprochen und Entscheidungen herbeigeführt. Der Vereinsvorstand (vier Personen) verantwortet jeweils ein Themen-Ressort, zum Beispiel die Suche nach Investoren, die Öffentlichkeitsarbeit, interne Vereinsangelegenheiten oder die Finanzen. Hier arbeiten einzelne Mitglieder jeweils mit. Für konkrete Projekte und besondere Anlässe organisieren wir jeweils eigene Arbeitsgruppen. Mitarbeit – das ist kein Lippenbekenntnis bei uns!
Wie intensiv wird die Gemeinsamkeit im Wohnprojekt sein?
So intensiv, wie jeder einzelne und jede einzelne es wünscht. Es wird die natürliche Rückzugsmöglichkeit in die eigene abgeschlossene Wohnung geben, aber auch die Möglichkeit, die Gemeinschaft zu pflegen. Dafür planen wir einen Gemeinschaftsraum mit Küche und WC und - wenn der Wunsch besteht – einen Garten zur gemeinsamen Nutzung für Feiern, Besprechungen uvm. Alle Räumlichkeiten sollen auch für private Belange (Familienfeier zum Beispiel) genutzt werden können.
Wie ist die individuelle Gestaltung der Wohnungen geplant?
Bei einem Neu- oder Umbau sind die Gestaltungsmöglichkeiten recht groß. Nichttragende Wände können versetzt oder verschoben werden, auch können Wünsche zur Ausstattung berücksichtigt werden. Das Gesamtkonzept darf von individuellen Veränderungen allerdings nicht beeinträchtigt werden. Unserer Erfahrung nach sichern Investoren diese Gestaltungsmöglichkeiten beim Erstbezug eines Gebäudes zu.
Wie hoch sind die Kosten für eine Wohnung in einem gemeinsamen Wohnprojekt? Welche Zusatzkosten kommen auf jeden zu?
Nach unserem derzeitigen Kenntnis- und Erfahrungsstand orientieren sich die Mietpreise am offiziellen Mietspiegel des jeweiligen Standortes. Zusätzlich werden Kosten entstehen für die Mitnutzung der Gemeinschaftsfläche; der Quadratmeterpreis wird auf alle Mieter umgelegt.
Wie sind derzeit die Altersgruppen? Wie viele Singles und Paare gibt es im Verein?
Die Mitglieder sind im Alter zwischen 51 und 70 (Stand 01/2010). Vertreten sind Singles, Ehepaare und Lebensgemeinschaften.
Gibt es Konzepte bei Hilfsbedürftigkeit in der Wohngruppe?
Grundsätzlich gilt für uns das Prinzip der selbst verantworteten Nachbarschaftshilfe. Wir möchten dazu keine Regeln definieren. Die Frage nach einer intensiven pflegerischen Betreuung haben wir bislang noch nicht gestellt. Dies wird aber sicher ein Thema werden.
Wie wird der Leerstand von Wohnungen geregelt?
Der Verein wird unverändert auch zukünftig Mitglieder werben. Damit gibt es auch Bewerber für eine frei werdende Wohnung. Sollte eine Wohnung bis zum Wiederbezug zwei bis drei Monate leer stehen, übernehmen die Projektbewohner anteilig die Kosten (oder der Investor für einen definierten Zeitraum). Damit ist gesichert, dass sich die Bewohner des Projektes selbst für den neuen Nachbarn entscheiden können. Eine Fremdbestimmung bei der Wohnungsbelegung würde unser Konzept zerstören.
Sind bereits Vereinsmitglieder wieder ausgetreten?
Ja. Es gibt (unvorhergesehene) Umstände, die eine Änderung der individuellen Lebensplanung notwendig machen. Es kann aber auch sein, dass sich die individuelle Zielsetzung verändert.
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